4-Gang-Automatik 2.5E 100KW

Donnerstag, 08. Oktober 2015, 20:17:19


  • Hallo, nachdem ich meinen Monza am Samstag aus der Schweiz geholt habe, macht die Automatik etwas Probleme was das Hochschalten angeht. Die Probefahrt und die Überführung liefen eigentlich einwandfrei. Laut Vorbesitzer sollte der Getriebeölwechsel aber irgendwann mal gemacht werden, Probleme waren bis dato keine ihm bekannt. Da das Fahrzeug in einem erstklassigen Zustand ist und der Vorbesitzer einiges an Opel Erfahrung hat, mir auch gesagt hat, das in den letzten 4-5 Jahren der Wagen nur noch selten bewegt wurde, hatte ihn das selbst auch etwas gewundert.
    Die Automatik schaltet tw nicht hoch.
    Sollte die Schaltfaulheit des Getriebes mit einem Ölwechsel behoben sein?
    Wer kann mir ein paar Tips geben?
    Ich arbeite selbst in einem Opel Betrieb - leider sind die alten Hasen da auch recht rar geworden.
    Über Antworten hier im Forum würde ich sehr freuen.
    Markus
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Freitag, 09. Oktober 2015, 09:25:52


  • Moin Markus

    Ich bin kein Fachmann und mische mich als Beamter ja nunmal gerne ein...
    Bisher habe ich immer gehört und auch selber erfahren, dass so ATM-Getriebe nach einer Spülung und dem Filter- bzw. Ölwechsel wieder ordentlich laufen. Nicht umsonst schreiben Hersteller wie DB oder BMW diese Spülungen als Wartung vor. Habt ihr so einen Dialyseapparat nicht in der Werkstatt stehen?

    Bei älteren Getrieben gibt es auch noch die Möglichkeit, Bremsbänder mit einem Drehmomentschlüssel einzustellen...und es gibt einen sogenannten "Modulator". Das ist nicht so ein Typ wie Günther Jauch bei "schnapp die Melonen"...das ist so eine Dose am Getriebe.
    Und dann gibt es bei den neueren Getrieben auch diesen Memory-Effekt. Die Elektronik muss nach dem Abklemmen der Batterie erst wieder ein paar zig Kilometer schauen, was Herrchen so gefällt. Ob er gerne ausdreht oder lieber cruist.
    Aber alles nur halbwaisen Wissen....

    Da wird der Mechatroniker eh Augen machen, wenn er in den Monzamotorraum schaut!!! :shock: :shock: :shock:

    Ciao
    Michael
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Freitag, 09. Oktober 2015, 09:48:37


  • Nun gebe ich auch noch meinen Senf dazu. Habe mich schlau gemacht.

    Das zeitweise schleppende Schalten liegt an der langen Standzeit.
    Können Magnetventile kleben / verschmutzt sein.

    Hier ist Getriebeöl wechseln, die vorrangige Sache.
    Achtung: Nur mit dem "origianlem" Öl

    Dexon 2 D

    Kein modernes Öl verwenden.
    Auch nicht nach dem Motto:
    Was für die Modernen gut ist, ist erst recht für die "Alten" gut!
    Absolut verkehrt.

    Sieb, Filter bekommt man hier, einem Spezialist für Automatic-Getriebe:

    http://www.automatic-berger.de/
    :k Drivers Gruss Bild


    GUT & GÜNSTIG widerspricht sich,
    GERECHT & SOZIAL widerspricht sich noch mehr !
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Freitag, 09. Oktober 2015, 15:59:57


  • Ich würde erstmal einen normalen Getriebeölwechsel durchführen. Bei langen Standzeiten können Ventile und "Gänge" schon mal "verkleben". Aber ich denke das weisst Du als gelernter Mechaniker bestimmt selber...

    Wie Michael schon angedeutet hat, wäre eine Spülung im Fachbetrieb sicher das Beste. Aber mit etwas Gefühl kann man auch selber das ganze alte Öl rauspumpen lassen bis wieder sauberes rotes Öl herausfliesst. Kostet zwar bisschen Getriebeöl, aber so extrem teuer ist das auch nicht. Ich habe damals die Ölschläuche zum Kühler abgezogen, mit durchsichtigen Kunststoffschläuchen versehen und jeweils in einen leeren und in einen mit Getriebeöl gefüllten Kanister geführt. Dann Motor gestartet und die Gänge der Automatik alle durchgeschaltet...immer mit Blick auf beide Kanister, damit weder einer leer- noch einer überläuft. Wenn aus dem Rücklaufschlauch dann nur noch rote Flüssigkeit kommt, sollte der komplette Wechsel beendet sein. Damit bekommt man auch aus dem Wandler das alte Öl raus. Ach ja...vor der Spülaktion natürlich Öl ablassen, die Ölwanne abnehmen und Filter tauschen, und wieder zusammenbauen und Öl einfüllen, damit das Getriebe nicht leer "arbeiten" muss bei der Spülung.

    Andere Möglichkeit wäre auch eine Undichtigkeit im Unterdrucksystem zum Modulator. Das kann auch zu Verzögerungen beim Hochschalten, bzw. zum kompletten Versagen desselbigen führen. Leider kann ich das nicht für das verbaute Asin-Warner 03-71L Getriebe bestätigen. Ich habe gerade nur das Borg Warner THM180 der alten Senator/Monza im Kopf...

    In meinen Opel-Unterlagen werden zum Thema zu spätes/frühes Hochschalten bei dem AW 03-71L 3 Fehlerquellen beschrieben. Der häufigste Fehler scheint dabei ein falsch eingestellter Drossel/Kickdownseilzug zu sein. Hierzu gibts es auf der bekannten Fachseite von Dirk Lohmann eine Anleitung:

    http://www.senator-monza.de/?wM9QUSE1kJ4ETPElUTT1kJxIjN9QUSF10UmMDN8lTM9EkUBBVT

    Aber erstmal Wechseln, evtl. Spülen und vor allem viel Fahren. Das beseitigt auch viele Standprobleme! :)

    Nachtrag:

    Ich habe nochmal nachgelesen: So wie ich es verstanden habe, hat das AW 03-71L keine Modulatorleitung, somit also kein Unterdruckproblem. Folglich würde ich, wenn das Problem mit Ölwechsel und Fahren nicht besser werden sollte, das Augenmerk auf den Drossel-/Kickdownventilseilzug richten.
    HolgerBY
     
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Freitag, 09. Oktober 2015, 19:12:29


  • Vielen Dank erstmal für die Tips.....
    naja ich bin kein Mechaniker, sondern verkaufe Opels :-)
    In unserer Werkstatt sind nur noch zwei vom alten Schlag.
    Dichtung/Sieb/Ölzusatz sind bestellt bei Automatik Berger.
    Das Automatiköl soll laut unserem Teile&Zubehör wohl immer noch das gleiche sein, lt Opel Auskunft.
    Wer was anderes weiß, bitte kurze Rückmelden.
    Danke, ich freu mich auf ein Treffen in 2016, an dem ich hoffentlich teilnehmen kann.
    Markus
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Freitag, 09. Oktober 2015, 21:22:34



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