Längsträger vorn

Sonntag, 24. Januar 2021, 12:31:34


  • Hallo zusammen,
    kürzlich habe ich bei Ausbau der Batterie eine hässliche, kleine Überraschung erlebt - der Blick in den linken Längsträger darunter erinnerte stark an Blätterteig. Etwas genauer nachgeschaut, zieht sich der Brösel ziemlich weit nach hinten - soweit man das durch die Löcher oben im Träger sehen kann. Von außen ist der Träger in Ordnung. Man kann klopfen, hämmern - wirkt stabil und solide. Aber von innen nagt halt das Grauen - vermutlich gezeugt durch heruntertropfende Batteriesäure, die nach hinten und unten lief. Den Rahmenbogen dahinter (das bekannte Eck unter dem Fußraum) hat der Vorbesitzer auch schon geschweißt. Allerdings ist mir unklar, ob wirklich mit Raussägen des alten Blechs oder eher mit Drübersetzen.

    Jetzt die Frage an Euch: Was tun? Längsträger komplett raus (teuer!?!?!), vorn und Mitte ersetzen (Reparaturbleche gibt es offenbar noch), oder den Rost irgendwie stoppen und konservieren (wie?)?

    Meinungen? Hinweise?
    MaKla
     
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Sonntag, 24. Januar 2021, 16:26:36


  • Eine: "IST-Zustandsanalyse" ist das vorrangigste.

    * Wo steht der Monza aktuell im Zustand und Wert :?:
    * Wo soll er nach einer Reparatur stehen :?:
    * Eine Soll/Ist-Rechnung in Euro.

    So ein Austausch ist teuer.
    Ein Längsträger wurde gerade im Netz angeboten. wie viele andere Teile, zu Mondpreisen.
    Dann bitte NUR durch einen auf das Modell bezogenen "Karosseriebau Meister" ausführen lassen.

    Alternativ:

    Wenn, wie du schreibst, nur innen modrig ist und von Aussen stabil,
    dann konservieren. Hier empfiehlt es sich Produkte von Fluid Film =
    Forumssponsor verwenden. Nicht weil er Sponsor ist, sondern eine sehr hohe
    langzeit Krichfähigkeit besitzt. Es werden u. a. die Balastbehälter der Schiffe
    damit versiegelt. Die werden, naheliegend, mit Meerwasser = salzig befüllt.
    MS hat keine Krichfähigkeit.

    Es ist ein Naturprodukt und kann auch ein Laie verarbeiten.

    Es stoppt den Rostfrass. Schliesst ihn ein und verhindert dadurch den Kontakt mit Sauerstoff.

    Muss bzw. sollte mehrmals intensiv voll aus gespritzt werden, was durch die vorhandenen
    Löcher kein Problem darstellt.
    Natürlich über die Jahre immer wieder auffrischen.
    Die Kosten dafür überschaubar.
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Sonntag, 24. Januar 2021, 19:35:54


  • Naja - über das Thema "zeitwertgerechte Restaurierung" bin ich eigentlich weg. Ich mag das Auto einfach. Punkt. Mein Monza ist mir mindestens genauso viel wert wie jede Pagode, R107, 911er u.s.f. Entsprechend viel Zuwendung hat er auch schon bekommen und entsprechend sauber will ich ihn hergerichtet haben. Das ganze Geunke über Opels, die nix wert sind und daher auch nicht anständig renoviert werden können, geht mir tierisch auf den Keks. Der Monza ist ein wirklich schönes, historisch wichtiges, technisch interessantes Fahrzeug - als Kombicoupé damals in seiner Klasse einzig, als letztes Oberklasse-Coupé von Opel in einer großen Historie (die GM leider in der Folge gründlich versaubeutelt hat), als Fahrzeug mit L-Jetronic und hervorragender Schräglenker-HA technisch etlichen BMWs und Mercedes' damals eine Nasenlänge voraus. So - das musste mal raus und jetzt wieder sachlich ;)

    Ich bin mir halt nicht sicher, wie weit sich der Rost in den Längsträger reinzieht - ich werde meine Werkstatt (ja - ist ein Fachmann, der schon etliche schicke Autos restauriert hat - leider noch nicht so viele Opels (außer GT) aus Mangel an Gelegenheit) mal bitten, mit dem Endoskop reinzuschauen. Wenn's zu weit reinreicht, ist der Tipp mit dem Fluidfilm echt gut - denn den ganzen Längsträger rausreissen ... weiß nicht. Wenn's nur das vordere Drittel ist, kann man ja mal fragen, was so ein Ersatzstück zum Einbauen kosten würde.

    Danke auf jeden Fall - hilft mir weiter.
    MaKla
     
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Sonntag, 24. Januar 2021, 20:25:32


  • Der erste Part, eine vollkommen gute Einstellung.
    Ja, OPEL ist IMMER unter Wert gesehen und gehandelt worden.
    Letzt endlich dann auch von vielen so (Miss)braucht worden.

    Hier eine Korrektur zu folgender Aussage:

    "als letztes Oberklasse-Coupé von Opel"

    Monza ist das: "einzige" Oberklassen Coupe, das Opel je baute.

    Gute Vorgehensweise. Lass den Fachmann mit einem Endoskop von:
    * Vorne
    * Von den Löchern oben in dem vorderen Bereich
    * Von unten, von den Löchern vom Rahmenbogen aus
    reinschauen.

    Das gibt Klarheit über das Ausmass und somit Antwort auf das, was dann zu tun ist.
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Sonntag, 24. Januar 2021, 20:53:48


  • ... nun gut, es gab noch das Werks-Coupé des Diplomat A. Das hat zwar nicht Opel, sondern Karmann gebaut - aber es stand in den offiziellen Opel-Preislisten und war damit integraler Teil des Verkaufsprogramms. Wenn das auch in der Tat nochmal eine ganz andere Liga war als der Monza - was sich ja auch in den heutigen Preisen widerspiegelt. Und es gab Bitter CD und SC - zumindest der erste vorgedacht von Opels Design-Team aber leider halt nicht selbst umgesetzt.
    MaKla
     
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Donnerstag, 18. Februar 2021, 22:20:08


  • Sehr empfehlenswert sind die Kollegen vom Rostschutz-Depot (www.rostschutz-depot.de). Dort empfiehlt man Owatrol für das erste Stoppen des Rostes (sehr kriechfähig und Sauerstoff-Abschluss) und danach Versiegelung mit FluidFilm (alle 2-3 Jahre erneuern) oder alternativ Kaltfett.
    MaKla
     
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