Windschutzscheibe ersetzen, Monza

Donnerstag, 07. Februar 2013, 12:45:42


  • Windschutzscheibe ersetzen


    Heute beschreibe ich den "Aus-" und "Einbau" einer Windschutzscheibe, die mit einer Dichtung eingesetzt ist,
    am Beispiel Monza.
    So, wie es bei Opel von je her gemacht wurde "ohne" das sie dabei zu Bruch geht :idea: (keine Garantie dazu,
    das nicht doch mal eine zubruch gehen kann).



    Teil 1: "Allgemeine Hinweise"!

    Dichtmasse / Einkleben:

    Hier herrscht schon sehr oft unkenntnis und es wird zw. beiden Begriffen nicht unterschieden.
    Alle Scheiben mit Gummi sind mehr oder weniger ab Werk mit Dichtmasse versehen worden,
    oder auch beim späteren Wechsel.
    Diese Dichtmasse führt über die Jahre / Jahrzehnte zu einem "Ankleben", eventuell auch zu einer Aushärtung
    ihrer Masse. Dies hat jedoch überhaupt nichts mit dem heutigen "Verkleben = Einschweissen" zu tun :!:

    Gummidichtung:

    Hier immer mit der Scheibe aus dem Rahmen nehmen, nie zerschneiden
    Wird dies gemacht, ist die Dichtung nicht mehr verwendbar :roll:
    Gute Dichtungen, also diese die nicht verhärtet, rissig und spröde sind, können wieder verwendet werden.
    Dies spart nicht nur sehr viel Geld, sondern in der Regel gibt es heut zu Tage keine Neuen mehr zu kaufen.

    Beispiel dazu:

    Ich habe 2010 nach fast 28 Jahren die Scheibe an meinem Monza bzgl. Mattheit durch millionen von Steinschlägen
    ersetzt. Ein Filialist in der Autoscheibenreparatur / -wechsel konnte mir eine neue Windschutzscheibe in Grüncolor
    mit Blaubandfilter besorgen. Nach ca. 6 Wochen kam sie frisch angefertigt aus England. Soweit, so gut!
    Er konnte sogar noch eine "neue" Windschutzscheibendichtung liefern :o
    Doch bei der Montage zeigte sich die schlechte Repro-Qualität, sie war unten um ca. 3 cm zu lang :cry:
    Das für einen Preis von 640,- € (i. W. sechshundertundvierzig) :x
    Scheibe draussen, Gummi zerschnitten, neue Dichtung nicht zu bekommen :arrow: dann steht man da und wie löse ich
    das Problem :roll:

    Mögliche Lösung:

    Weiche und rissfreie, jedoch gebrauchte Dichtung kann man ohne Bedenken wieder verwenden. JA :!:

    Sollten Reste von Dichtmasse darin stecken, so legt man diese Dichtung ins Gefrierfach. Die Dichtung bleibt auch
    bei Kälte elastisch.
    Die Dichtmassenreste jedoch härten und sind dann wunderbar und einfach aus der Dichtung heraus zu brechen.
    Ggf. Vorgang mehrmals wiederholen und oder im Winter, bei Minustemperaturen, diese Arbeit im Freien ausführen.

    Der Ausbau:

    Hier empfiehlt es sich, "immer" zu Zweit zu sein :idea:

    Die Chromecken entfernen, die Chromleisten in der Dichtung belassen.
    Die Wischerarme werden aufgestellt, der Innenspiegel wird entfernt. Ebenso die A-Holm-Verkleidungen.

    Als nächstes wird die Dichtungslippe, innen mit den Fingern von der Karosse, dem Himmel oben und seitlich gelöst.

    Beifahrersitz je nach Körpergrösse vorrücken, Lehne steilstellen.
    Nun setzt sich einer rein, "Ohne" Schuhe und setzt beide Füsse im rechten oberen Bereich flach auf die Scheibe

    Nun kommt das Zusammenspiel zw. beiden Personen. Wärend die sitzende Person mit beiden Füssen den Druck
    auf die Scheibe und gleichmässig in der Fussfläche erhöht, löst die 2te Person, anfangs neben dem Sitzendenstehend,
    innen die Dichtungslippe. Von der Ecke aus oben zur Mitte hin. Aber auch nach unten am A-Holm entlang.
    Der Scheibe bleibt nix anderes überig als langsam nach vorne raus zu kommen.
    Die 2te Person wechslt nun von der Beifahrerseite auf die Faherseite um die Gummilippe von der Mitte her nach links
    zum A-Holm zu lösen. Dabei verschiebt die sitzende Person vorsichtig ihre Füsse zu Mitte hin.
    Schlussfolgernd kommt die Scheibe auch auf der linken oberen Seite nach vorne heraus.
    Jetzt ist darauf zu achten, dass die sitzende Person nicht zuviel Druck ausübt, so das die Scheibe nicht nach vorne
    rauskippt. Die 2te person geht um die Fahrertüre herum um die nach vorne kommende Scheibe zu halten.
    Die Scheibe sitzt jetzt nur noch unten und durch paralelles hochheben von beiden Personen nimmt man sie heraus.

    Gleiche Anwendung für Heckscheiben mit Dichtung wie z. B.: Manta / Ascona A/B, Kadett A/B/C, Rekord, ect......

    Nicht mehr und nicht weniger ist für ein schadenfreies Ausbauen zu tun.
    Alles Andere was so erzählt, geschrieben, geraten & empfohlen wird, fällt in die Rubrik: 1/2 Wissen, Bastelbudencharts :idea:

    Nun ist das zu tun, was nach Entfernen der Dichtung zum Vorschein kommt: Rostbeseitigung, ggf. Löcher zuschweissen.

    Es ist keine Seltenheit, von Aussen kaum etwas zu erkennen, doch dann kommt solch ein Erwachen zum Vorschein.
    Beispielbilder:

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    Genauso risikohaft sind die Heckscheiben:

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    Mein Monza zeigt von Aussen diese kleine Stelle. Die bereits 2003, als ich ihn kaufte, vorhanden war
    und sich nicht grossartig verschlimmerte. Mal sehen, was nach Ausbau der Scheibe zum Vorschein kommt.

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    Überraschender Weise, nicht viel :D

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    Nachfolgende Bilder zeigen einen "Jungfreulichen" Rahmen mit 27 Jahren, der letzt endlich
    den "wahren" Zustand & Wert dokumentiert :D :

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    Neue Scheibe mit neuer Dichtung oder eine gereinigte Gebrauchte mit Spülmittel einsprühen.

    In meinem Fall, eine Neue.

    Obenherum passt alles:

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    Linke Ecke, unten, passt noch:

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    Rechts unten, doch hier ist ganz deutlich zu erkennen, die Dichtung ist schlabberig, ca. 3 cm zu lang, die Scheibenkante liegt frei.:

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    Hier muss die Dichtung mit "Vorspannung" über die Ecken gezogen werden um später in der Karosse
    einen perfekten Sitz zu gewährleisten.

    Die wurde später reklamiert, eine andere Neue gab es nicht. Klar, Angebot und Nachfrage regulieren den Preis.
    Doch bei 640,- € muss sie 100%tig passen. Hier wollte sich Jemand eine "Goldene Nase" verdienen.
    Als Wissender der Problematik hatte ich vorsorgehalber eine "Neue & Originale", die in Reserve lag, mit dabei.
    Diese passte einwandfrei.

    Hier sieht man einen Katterschnitt im Lack, der beim Abscheiden des Himmels im Werk verursacht wurde.

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    Nun wurde in den Rahmen eine dicken Bahn von Teroson Scheibendicht / Dauerelastisch gelegt:

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    Der Einbau:

    Als erstes, die Chromleisten in die Dichtung einbringen und mit diesen die Scheibe einbauen.
    Dann legt man eine dünne Nylonschnurr (ggf. dünnes Kabel) in den Dichtungsfalz.
    Beginnend unten an einer Ecke, an der Unterkante zur anderen Ecke verlaufend nach oben weiter,
    entlang der Oberkante zur anderen Seite und dort wieder zur Ausgangsecke.
    Hier muss unbedingt ein 2tes Mal zur anderen Ecke eingelegt werden.
    Heisst: In der Unterkante liegt die Schnurr nun doppelt.
    Auch an beiden Ecken die Schnurr gut einen 1/2 - 1 Meter überstehen lassen.

    Jetzt nimmt man die Scheibe zu Zweit, links und rechts. Setzt sie von oben her auf die Unterkante auf
    und legt sie oben an.
    Zuvor die 2 überstehenden Schnurrenden ins Fahrzeug zu legen.

    Nun müssen beide Personen wieder paralell arbeiten. Geduld und Sorgsamkeit ist gefragt.
    Einer von Innen, der die Schnurr beginnend von der einen Ecke zur Anderen an der Unterkante zieht
    und dabei die Gummilippe über die Kante der Karosse zieht. Dann das andere Ende der Schnurr
    entgegengesetzt rauszieht.
    Gleichzeitig klopft die 2te Person von Aussen mit dem Handballen auf die Scheibe,
    um ein eingleiten in den Rahmen zu erzielen.
    Immer dort, wo gerade die Schnurr aus dem Gummi gezogen wird.
    Ratsam wäre jetzt sogar eine 3te Person, so das die 2te nicht dauernt die Seiten wechseln muss.
    Sitzt die Scheibe unten gut, wird von innen die Schnurr seitlich bis zu den oberen Ecken rauf
    und raus gezogen.
    Ist an beiden Seiten die Gummilippe gut rübergezogen, die Scheibe gut eingeklopft, so zieht man
    nun die Schnurr von beiden oberen Ecken zur Mitte heraus.
    Dabei wird die Scheibe nicht nur reingeklopft, sondern auch gleichzeitig dabei nach unten.

    Ratsam ist noch, entlang der Chromleiste drauf zu klopfen, so das die Dichtung sich nochmals
    richtig einfügen / setzen kann.
    Jetzt müsste die Scheibe perfekt im Rahmen sitzen.

    Beim Monza A2 muss von Innen her die grosse Gummilippe noch übers Amaturenbrett gezogen werden.

    Von Aussen die Scheibe mit dem Teroson Scheibendicht abdichten.
    Eimal von der Scheibenfläche her ins Gummi einpressen, bis es rauskommt, so auch noch von der Karosserieseite.
    Erfahrungsgemäss werden 2 Patronen für eine optimale Abdichtung gebraucht.
    Zuvieles wegnehmen, Scheibe reinigen, A-Säulenverkleidung & Innenspiegel anbringen.

    So, das wars, alles keine Hexerei.
    :k Drivers Gruss Bild


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Donnerstag, 23. Juli 2015, 19:11:32

Donnerstag, 23. Juli 2015, 19:25:23


  • NEIN :!: :!: :!:

    Grund:
    Das unterschiedliche Armaturenbrett. Somit die Gummilippe unten von Ecke zu Ecke.


    OK :?:
    :k Drivers Gruss Bild


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