A1 oder A2, stetiger Zwist, was ist das bessere Modell

Montag, 21. September 2015, 07:50:05


  • Nachfolgenden Text habe ich auf der Seite:

    http://www.senator-monza.de von Dirk Lohmann gefuden.

    Dirk beschreibt recht deutlich die Situation

    Zitat:

    Schon lange geht es mir gelinde gesagt auf den Geist..das die Weiterentwicklung des
    A2-Modells als kaum gelungenes "Facelift" des doch mehr "ver-ehrungswürdigen" A1 Modells
    beschrieben wird.

    In diversen Magazinen, Zeitschriften und online in Foren werden immer wieder die angeblich stupiden Versuche, schlechte Verkaufszahlen des A1 Modells durch Aufwertung zum A2-Modell darzustellen.

    All die Schwätzer haben es also immer noch nicht kapiert! Entweder verstehen Sie es nicht.
    .oder wollen es nicht wahrhaben.

    Die 60/70er-Jahre Autos..JA!..SO alt sind diese Konstruktionen und Design-Vorstellungen
    der Hersteller UND KÄUFER!..hatten CHROM-Stoßstangen zu haben! Höchstgeschwindigkeiten
    und Windgeräusche waren NEBENSACHE..weil die Straßen eh zumeist schlecht waren.

    CHROM stand für Status, für Geld, Macht und Luxus. Gediegene Fahrzeuge wurden von ruhigen
    und Souverinität-ausstrahlenden Männern gefahren..und SO wollte auch der "kleine Mann" sein.

    Aber in den 70er Jahren entstanden auch die "Flower-Power" Ansichten, bunt und grell kam
    auf..und es begann ein Spagat in vielen Bereichen wie Kleidung, Farben und Auftreten in der
    Öffentlichkeit.

    Die Baureihen KAD waren "old-school", hausbacken und Vertreter der ALTEN Vorstellungen.

    Senator und Monza A1Ende der 70er waren ein Kompromiß zwischen dem NEUEN Denken und
    den ALTEN Vorstellungen, GRELLE Farben im Innenraum, aber noch Chrom außen..gepaart mit dezenten Außenfarben..man zeigte seine "Rebellion" noch nicht nach außen.

    Dann aber Anfang der 80er Jahre "kippte" die Meinungsfreiheit und all die Zwänge endlich zu
    den "wilden Zeiten". Chromstoßstangen, mittlerweile sowieso mittig komplett mit SCHWARZEN Kunststoff-Puffern bei fast allen Herstellern versehen..wurden unterwärts mit Spoilerstoßstangen Ihrer Dominanz beraubt, sogar GESCHWÄRZTE Metall-Stoßstangen wurden ab Werk
    geliefert..oder mit der allseits beliebten Sprühdose MATT-SCHWARZ...verfeinert!

    Man wollte weg! vom muffigen, spießigen Image! des überwächtigen und überdosierten
    Chroms..die 80er waren geprägt vom TUNING, vom Motorsport, von unendlich vielen kleinen
    neuen "Frisier-Firmen" bei ALLEN Automarken!

    Und OPEL?

    Bereits ANFANG der 80er hatten die ZWITER-A1 Modelle fast schon alle VORBEREITUNGEN für
    das ENDGÜLTIGE "Facelift" zum A2.. all die vielen kleinen bereits vorgeprägten Markierungspunkte
    für spätere A2-Einbauten.

    1983 war es dann soweit..der A2 mit seinem RADIKALEN UMBRUCH zu den Kunststoffstoßstangen
    und den vielen kleinen Tuning-Details wurde von OPEL auf den Markt gebracht...wieso
    Tuning-Details?

    Welches Fahrzeug hatte denn ANFANG der 80er Jahre schon abgedunkelte Heckleuchten mit
    vielen kleinen schwarzen Querstreifen? Selbst HEUTE fragen viele Leute und auch TÜV-Prüfer.
    .ob das denn wirklich SERIENMÄSSIG sei!

    Welches Fahrzeug gab es zuerst mit geregeltem 3-Wege-Kat?..Digitale Armaturen mit KLARTEXT-Anzeige für die Geschwindigkeit ist HEUTE immer noch aktuell!, Bordcomputer mit Stoppuhr, Außentemperaturanzeige und Verbauchsmessung...wer braucht HEUTE wirklich mehr?

    Karrosserie-Optimierung am Heckblech, im Frontbereich und an der Motorhaube für einen
    besseren cW-Wert?..wird heute als "Verdeckung des rostanfälligen Frontblechs" abgetan!

    Leute, welche SOLCHE Aussagen machen..haben NICHTS! verstanden vom Zeitgeist der
    damaligen Zeit..von der SCHNELLIGKEIT und AKTUELLITÄT des Entwicklungsstands der
    OPEL-Konstrukteure.

    Das A2 Modell stellt KEIN Facelift zum A1 Modell da...es steht für einen NEUEN ZEITGEIST.
    .DAS muß man erst mal kapieren.

    Zitat ende.



    Ich möchte dieses Thema gerne noch mit Details ergänzen, die z. Teil, gerade bei den Jüngeren
    in Vergessenheit geraten oder erst gar nicht bekannt geworden sind.

    Um ein neues Fahrzeug zu entwickeln bedarf es zumindest damals rund 7 Jahre.
    Damit hat Dirk recht, wenn er sagt, es sind Entwicklungen der 60/70 ziger Jahre.

    Ganz vergessen wurde die damalige, so genannte "Energiekrise"! "Sonntagsfahrverbot" oder
    100 km/h Beschränkung auf Autobahnen.
    General-Tenor daraus:
    "Es muss Energie eingespart werden und das recht schnell"!

    So schnell wie hier von der Regierung Veränderungen verlangt wurden, so schnell ist kein
    neues Auto zu entwickeln. Es blieb nur eines übrig, Übergangslösungen.

    Wie erreicht man das :?:
    * Gewichtsersparnis
    * Aerodynamikverbesserung
    * Mehr Information für den Fahrer während der Fahrt, also Daten über den Wagen.

    *Gewichtsersparnis:

    Schwere "Chrom"-Stossstangen wichen. So bei den Manta / Ascona B oder Rekord E in Träger,
    die mit Kunststoff ummantelt waren. z. Teil mit Kunstoff-Schürzen (Spoiler) während
    der Bauzeit.
    Bei den Oberklassen-Modellen Senator & Monza begann die neue Ära. Der, an die Karosserie
    angeglichenen Kunststoff-Schürzen. Kein"Face-lift", sondern Model-Pflege, so hiess es damals.
    Der Beginn einer neuen Ära des Fahrzeugbaues.


    * Aerodynamikverbesserung:

    Das wurde erreicht, durch verbesserten Luftstrom und durch Senkung des CW-Wertes.

    Durch die bereits genannten Front- wie Heckschürzen, auch durch Wegfall vieler Chromleisten.
    Die verursachen Luftverwirbelungen, was höherer Verbrauch bedeutet.
    Wegfall aus gleichem Grunde, das Vinyldach.
    Auch die Spalten, die nicht nur für sehr hohe Geräusche sorgen, eben auch für vermeidbare
    Luftverwirbelungen. Hier toppte VW mit den geringsten Massen, machte es zum grössten
    Verkaufsargument und so entstand die Begrifflichkeit: "SPALTMASS"!


    * Einführung von Elektronik in den verschiedensten Bereichen:

    Es begann mit dem "Ökometer". Die rot / grüne Analoganzeige über den Benzinverbrauch!
    Wer erinnert sich? Mittig unten in der Tachoeinheit.
    Der Fahrer sollte / wurde durch diese optische Anzeige angehalten / manipuliert, seine
    Fahrweise ökologischer zu halten.

    Der nächste innovative Schritt war die Einführung des "Bordcomputers".
    Dieser sollte dem Fahrer während der Fahrt, u. a. Verbrauchsdaten vermitteln, um so eine
    verbrauchsgünstigere Fahrweise zu erzielen. Natürlich auch um die Zahl der Unfälle zu
    reduzieren. Siehe die Angabe über die Aussentemperatur. Minus = Frost / Glätte = Risiko!

    Mit diesem Einstieg, der Elektronik, folgte die Weiterentwicklung zum u. a. "Digital-Tacho (Mäusekino).

    Das Zeitalter der Vergaser endete, Einspritzdüsen, - anlagen übernahmen die Tätigkeit.
    Besser dosierbar, da über Steuergerät geführt, nicht mehr per Fuss und Drosselklappenstellung
    des Fahrers.

    Man beachte die Weiterentwicklung der Bosch Einspritzanlagen. Erstmals gab es die
    "Schubabschaltung", zur Verbrauchsreduzierung.
    Gepaart mit verbesserter Zündanlagen. Keine Kontakte mehr, sondern Transistor zur
    besseren Steuerung im Sinn höhere Verbrennungseffizienz.

    Nebenbei erreichte man eine Reduzierung von Anfälligkeiten,
    eine Verbesserung der Alltagsnutzung!

    Dieser ganzen Aufregung aus der sogenannten Energiekrise folgte das Thema:
    "Ozonloch, Erderwärmung, Luftverschmutzung"!
    Folge, Einführung des KAT-Zeitalters!

    Auf all diese Unwägbarkeiten musste innerhalb einer Bau- und einer Entwicklungszeit,
    kurzfristig wie auch Langfristig reagiert werden.


    Soweit meine Ergänzung zu Dirks Statement, welches ich befürworte.


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  • Ich habe diese Zeilen bereits auf der bekannten Seite gelesen...

    Nur was will mir dieser Text sagen? Gibt es eine Kluft zwischen Senator/Monza A1 und A2 Fahrern? Oder wird sie nur herbeigeredet? Wenn ja, wäre das zu bedauern...denn Grund dafür gibt es objektiv keinen. Jedes Modell hat seine Zeit und seine Liebhaber.

    Der Senator/Monza A1 ist wirklich wie bereits angemerkt ein Kind der 70er, noch mit dem erwähnten "Chromkitsch", und echten Stoßstangen. Und genau deswegen bervorzuge ich persönlich dieses Modell....einfach nur aus optischen Gründen. Das ist pure Geschmackssache...mehr nicht.

    Keine Frage, die richtig bezeichneten "Modellpflege"-maßnahmen mit den Ursprüngen in den Jahren 1981/82 eingeführt im A1+ und dann A2 waren der technischen Entwicklung, Gesetzesvorgaben und des Wettbewerbs an sich geschuldet. Sie sind dennoch nicht aussergewöhnlicher als bei anderen Herstellern dieser Zeit. Über den Sinn oder Unsinn digitaler Anzeigen kann man diskutieren, sie dienten aber wie der Bordcomputer sicherlich nicht als Kaufargument, im Gegensatz dazu die Einführung des ABS-Systems, bzw. der komplett neuen Einspritz-Motorengeneration, samt modifizierter Aerodynamik und folglich geringeren Verbrauchswerten hingegen schon. Letztlich musste jeder Hersteller in dieser Periode optische wie technische Anpassungen vornehmen, um mit der Konkurrenz gleichzuziehen, oder ihnen voraus zu sein.
    Insbesondere die "hypermodernen" Konkurrenten Audi 100 Typ 44 oder auch der erste Ford Sierra, die im Jahre 1982 auf den Markt kamen, waren ein ausschlaggebendes Moment für Veränderungen im allgemeinen Opel Design und Technik an sich. Das musste auch beim Senator/Monza einfliessen...

    Ich verfalle schon wieder zu sehr in eigentlich unwichtige Details, die nur zu oft wiederholt werden. Was ich mit meinen Auslassungen eigentlich zum Ausdruck bringen wollte ist Folgendes:

    Der A2 ist im Gegensatz zum A1 technisch ein Fahrzeug, welches auch heute noch im Alltag problemlos und ökonomisch bewegt werden kann, und ausreichend Komfort und Fahrspaß bietet. Der A1 selbst hingegen ist für den "Ästhet", der sich gerne an den Ursprüngen des Designs und der Konstruktion begeistert, und sich mit der älteren Technik und der pflegebedürftigeren Chromoptik arrangiert. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Diskussionen über das Für und Wider erübrigen sich bei Fahrzeugen, die das journalistische Autotest-Alter überschritten haben. Sie sind in Ehren gealtert...belassen wir es dabei. Beide Modellvarianten haben ihren Platz in der Opel Historie verdient.

    Ich fuhr bzw. fahre beide "Altersgruppen" immer gern...und nur darum gehts...um den Spass an der Sache! Und den sollten wir A1 und A2 Fahrer mit derart unnötigen, wiederholten Faktentiraden zum Thema "was kann meiner alles besser" nicht verderben lassen.

    Wie wirbt Opel? - "Wir leben Autos!"

    ...in diesem Sinne...

    "Wir leben Opel...Senator und Monza!"

    ...und wir lassen sie auch leben...egal welche banale Ziffer sie unterscheiden mag... ;)
    HolgerBY
     
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