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Jahresrückblick auf 2017 vom Gentleman-Driver

Sonntag, 31. Dezember 2017, 09:40:49

Mit einer Frage beginne ich.

„Wie krank ist Deutschland?“

Ich spreche bewusst von Deutschland. Hier kann ich mir ein Urteil erlauben, obwohl
ich einige sehr gute Kontakte in Europa pflege. Doch zu wenig, um mir über diese
Länder eine erlauben zu können.
Deutschland ist sehr krank. Ja!

Ich hole nicht weit aus, bleibe in der Automobilbranche. Genauer noch,
in der Szene jener mit älteren Fahrzeugen.

Beispiel 1:

Da erhalte ich eine Einladung zum A1 Ring, Zeltweg Österreich. „Ventilspiel“ heisst
die Veranstaltung von Einem mit einer Cobra AC. Fährt selber dort damit mit. Detailliertere
Info erhalte ich nicht. Frage nach, weil ich mir auf Grund meiner finanziellen Situation
„KEINE“ Risiken leisten, gar eingehen kann, geschweige will. Ich mache kein Geheimnis
daraus, das ich von der Altersarmut betroffen bin und mit ca. 100,- € / mtl. unter der
Armutsgrenze liege. Erkläre ihm den aktuellen Stand und erhalte folgende Antwort:
„Im Leben ist halt fast nix umsonst. Hättest du überhaupt Lust und Zeit“. Ich bejahte,
jedoch brauche ich mehr Details um eine Entscheidung treffen zu können. Darauf diese
Antwort:
„Verstehe Klaus! Wenn du wieder offen bist positive Überraschungen des Lebens
zu zulassen, melde dich. Bis dahin 2take it easy“!
Er gibt mir keine Details zur Risikoprüfung wie -abwägung, behauptet aber, ich sei
„verschlossen und würde nichts zulassen“! Ich versuche es nochmals mit einer Erklärung,
gepaart mit meiner Meinung zu den erhaltenen Antworten. Seine Antwort darauf.

Zitat:
Hallo Klaus, Du solltest über dich selbst nachdenken. Jeder ist zumindest ein gutes Stück
weit „seines eigenen Glückes Schmied“. Sei nicht so kompliziert und lerne Chancen und
Möglichkeiten anzunehmen, ohne andere dafür verantwortlich zu machen, dass sie an
dir vorbeilaufen. Gute Nacht.
Zitat ende.

Nichts, aber auch gar nichts hat dieser Mensch verstanden. Im Gegenteil. Er spricht
mir eine Schuldzuweisung aus, sagt dann noch, was ich tun soll. Nämlich mich selber
hinterfragen wo er selber nicht einmal in der Lage ist, sich selber zu hinterfragen und
welchen beleidigenden Mist er von sich gibt. So aber hält man andere klein und sich selbst
gross! Es ist die: „Friss oder stirb Mentalität. Nicht jedoch die, sich auf gleicher Augenhöhe
zu treffen.

Beispiel 2:

Jemand, der über entsprechendes Einkommen verfügen muss um sich mehrere Fahrzeuge
leisten zu können. Einen Wagen für Rennen aufgebaut hat und an Rennen teilnimmt. Bis
dahin alles gut. Doch dann lese ich folgenden Passus über seinen Rückblick auf 2017.

Zitat:
Die Tourenwagen-Revival-Szene ist leider nun komplett außerhalb meines Budget´s,
da kann ich nur noch zuschauen..die Entwicklung dort hin zur parallelen Tourenwagen-Classics
Rennserie hat das Startgeldniveau leider soweit angehoben..das Normalverdiener dort nicht
mehr mitspielen können.
Zitat ende.

Hier bitte das Augenmerk auf die Bewertung:
„Normalverdiener“
richten. Ich kenne Niemanden, der als „Normalverdiener“ sich all das leisten kann.
Es wird wahrscheinlich eher so sein, das sein Netto dem Brutto des Normalverdieners
entspricht. Hier absoluter Verlust zur Realität und des Augenmasses.
Wenn sich Normalverdiener solch ein Hobby wie Fuhrpark und Motorsport leisten können,
dann stellt sich die berechtigte Frage:
Was sind dann:
* Verkäufer/in im Einzelhandel
* Mülltonnenentleerer
* Friseusen
* Kindergartenprsonal
Und und und

Ihm sein Netto ist, nein muss höher sein als das Brutto der zuvor genannten Jobs.
Das sind die "Normalverdiener"!

Beispiel 3:

Da erhalte ich eine Whats App zu Weihnachten von einem Monza-Besitzer,
mit folgendem Inhalt:
„Mögest du immer ein reichlich gefüllten Geldbeutel haben“.
Frommer wie gut gemeinter, jedoch unrealistischer Wunsch. Nicht nur das. Es folgt eine
weitere Whats App mit dem Inhalt: „Das ist mein Weihnachtsgeschenk:“ und ein Bild dazu.
Abgebildet ein fabrikneuer SUV aus dem Hause Jaguar.
Absolut geschmacklos, denn auch er kennt bestens meine Situation und die braucht mir
KEINER vor Augen zu führen. Die kenne ich besser als alle Andereren.

Beispiel 4:

Hier hole ich doch etwas aus. Es betrifft die Rede von Herrn Keuter, im Bundestag,
zum Thema:
„Diätenerhöhung“
Die Politiker mehr als 1.000,- €, die Rentner jedoch im selben Zeitraum gerade mal 26,- €.“
Dazu erhielt ich aus eigener Reihe, Diplom.-Ing. und auch nicht schlecht verdienend,
folgende Aussage:
„Da ist wirklich was daran. Wer was bekommt ist im Ungleichgewicht. Trotz aller
Ungerechtigkeit leben wir im Vergleich zu den meisten anderen Ländern im Paradies.“
Ich erwiderte, man muss sich das Paradies auch leisten können. Darauf diese Antwort von ihm:
„Eine Grundsatzdiskussion werde ich nicht führen. Nur, in ganz vielen anderen Ländern dieser
Welt gibt es überhaupt kein staatliche geregeltes Rentensystem, viele haben nicht genügend
zu trinken & essen und kein Dach über dem Kopf. Auch wenn es in Deutschland leider zu viele
gibt, die es wirklich schwer haben, denen geht es im Vergleich zu den von genannten Menschen
immer noch gut.“
Da kann ich nur sagen: So hält man sich Probleme auf Distanz.
Damit belasse ich es mit Beispielen, die dennoch besten aufzeige:

„Wie krank ist Deutschland?“

Da bleibt es nicht aus, sich auch von Kontakten & Gruppen zu trennen, die einem,
egal in welcher Form, schaden.

2017 hat auch der Krebs wieder Menschen aus unseren Reigen geholt.
So denke ich an den freundlichen wie aktiven Michael, hier aus dem Forum.
Die italienische OPEL Szene verlor eine liebevolle Frau, Silvana. Seit Jahren,
ja ein Jahrzehnt war sie mit ihrem Mann Gianni aktiv in der Modellreihe Kadett.it
Reiselustig, vom tiefen Süden, Taranto, Apulien, immer wieder in den Norden Italiens
um hier OPEL und Kadett zu repräsentieren.
Der Krebs hat auch bei meinem Freund in Spanien böse zu geschlagen. Ganz frisch,
wie massiv, die Diagnose. Ein schwerer Weg liegt vor ihm.
Ja, auch bei mir, der Hautkrebs. Nach 4 Jahren ohne Befund, ein Jahr vor der entscheidenden medizinischen 5 Jahresfrist, wurde wieder etwas fest gestellt und entfernt.

Die Opel Oldtimer Szene hat sich beruhigt. Die letzten Monza / Senatoren sind 30 geworden.
Dadurch wurden doch noch einige wieder belebt und sind auf die Strasse gekommen. Die
neusten statistischen vom KBA Zahlen werden es im März 2018 zeigen. Ansonsten scheint
nicht mehr viel geschraubt zu werden. Sehr erfreulich die Wertentwicklung unserer Fahrzeuge.
Da gibt es keinen Anlass mehr, die Preise klein zu reden.
Im Rahmen der „Carta von Turin“ konnte nach Jahren die FIVA das „Handbook“ dazu
veröffentlichen. Ein entscheidender Schritt nach vorne, Mobilität als technisches Kulturgut
an zu erkennen. Mit der Einschränkung: Bei dieser Langatmigkeit werde ich wie meine
Generation die Umsetzung der Ziele nicht mehr erleben.

Viele haben es auf Grund meiner Berichterstattungen mitbekommen. Ja, ich bin Maserati
Chauffeur geworden. Ein freundschaftlicher Dienst, der mir natürlich sehr viel Spass wie
Freude bereitet und jede Fahrt ein neues Erlebnis bereit hält. So kommt er doch noch,
mit seinem Liebling, vor die Türe und kann dadurch an manchem Events wie Ausfahrten
teilnehmen. So sind wir wieder bei dem Benefiz-Event, in Osnago, Italien, im April ange-
meldet. Eine 4 Tagesreise mit ca. 1.300 km. Freu!

Wiederholt erlebte ich, wie freundlich und offen, mit welcher Menschlichkeit wie Herzlichkeit
die Oldtimer- wie OPEL-Szene in Italien gelebt wird. Wie ich bei neuen Kontakten und auch
Jürgen in diesem Kreis aufgenommen wurden. Ob Maserati oder nur FIAT 500, egal. Es gibt
keinen Standesdünkel, Neid, gar Missgunst. Da macht es richtig Freude und Spass hin zu fahren,
teil zu nehmen. Es bereichert das Leben, was in unserer Szene so gut wie nicht der Fall ist.

Ach ja, auch ohne Geld kann man helfen. Ich weiss, wovon ich spreche. Viele haben Hilfe
erfahren. Doch auf Grund von gemeinter Selbstverständlichkeit wie auch Undankbarkeit,
die ich erfuhr, werde ich in Zukunft genauer hinschauen, wem ich sie zu kommen lassen.

Damit komme ich zu folgenden Schluss:
„Könnte sich der Oldie seinen Eigentümer aussuchen, würden viele ihren ablehnen und
einige ohne sein!“
Eine der traurigsten Situationen dazu erlebte ich auf dem A1 Ring in Zeltweg. Wie hier
einMonza-Fahrer seinen Monza bis zu Bewusstlosigkeit, so nenne ich es, um die F1 Strecke
prügelte. Das die Bremsscheiben glühen, sich blau verfärbt. "Bremsanlagentotalschaden"!
Dumm, ohne Hirn & Verstand.

Der Forumsthread: „Lob & Anerkennung“ ist inzw. auf 4 Seiten angewachsen und
mtt einer hohen Anzahl von Klicks. Ein Beweis, nicht nur für meine Leistung, auch dafür,
dass grosses Interesse daran besteht und ich mit meinen Themen wie Meinungen richtig liege.

Für 2018 wünsche ich Allen mehr Nachsicht, mehr Wertschätzung und Respekt unter einander.
Alte Tugenden, die sich bewährt hatten. Ja, hatten, bevor sie verloren gingen.
Lasst eurem Umfeld mehr Luft zum Atmen. Neid, Missgunst und auch Selbstüberschätzung sind
die falschen Lebensbegleiter.
Vorrangig jedoch Gesundheit und kommt knitterfrei mit eurem Oldie durchs Jahr 2018.
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